CEBIT 2006 - High Tech, human touch
(April 2006)
Mit dieser Aussage könnte man die Produktpräsentation der unterschiedlichen Hersteller auf der CEBIT 2006 aus der „Human Centred Design“ Perspektive zusammenfassen. Gibt die Technologieshow Hinweise wo die Ansatzpunkte für eine erfolgreiche Produkt- und Service-Entwicklung liegen? Trends & Highlights aus Anwendersicht
Betrachtet man das Angebot auf der diesjährigen CEBIT mit den Augen eines (Heim-)Anwenders könnte der virtuelle Messebesuch-Notizzettel folgendermassen aussehen:
- Fernsehen am Handy
- Spezialhandies statt „Schweizer Taschenmesser“: Musikhandys mit großem Speicher statt MP3-Player, Volltastatur-Handies mit E-Mail-Pushdienst, Kamerahandies (bis zu 3 Megabit), Datenhandies bzw. Datenkarten für mobiles Breitband
- PDAs mit WLAN und VoIP inklusive entsprechender Anwendungen
- Navigationsfunktionen in PDAs und Handies
- sehr große Flachbild- und HDTV Fernseher
- Tripple Play (Internet, TV, Telefonie in einem Gerät) mit Ausblick auf Integration der Mobiltelefonie
- Speicherstifte mit hilfreichen Softwaretools („take away office“)
- Design-Handies (dünn, leicht & modisch), PCs (funkelnd, cool und mini), Notebooks (hochglänzend, austauschbare Covers)
- Home (media) Network , Media-Center-Lösungen
- Ultra Mobile PC (Tablet PC im Kleinstformat mit Touchscreen)
- Büroanwendungen mit nach Aufgaben gestalteten Oberflächen mit wenigen Hauptmenüpunkten
- Tools und Dekoration für den digitalen Lifestyle
Vereinfachung, Spezialisierung, Integration, Beweglichkeit, Emotion
Die Herausforderung, der sich alle Technologie-Hersteller und Serviceanbieter immer wieder stellen müssen, liegt in der „Vereinfachung“ bzw. in der Konzentration auf wesentliche Funktionalitäten - ohne jedoch von der Konkurrenz durch „noch mehr tolle Features“ überholt zu werden. Shows wie die CEBIT zeigen, dass sich Unternehmen durchaus bemühen Technologie wieder näher an die Bedürfnisse des Menschen rücken zu wollen und sich der Herausforderung stellen auf Nutzungskontexte einzugehen und entsprechende Funktionen anzubieten.
Auch der Trend zur Integration von Services (TV, Internet, Telefonie, MultiMedien-Nutzung) in eine Oberfläche ist der Versuch Komplexität in der Bedienung zu reduzieren und über gut eingeführte, gelernte Kanäle wie das Fernsehgerät zu steuern.
Eine weitere wesentliche Rolle spielt inzwischen die „Beweglichkeit von Funktionalitäten“, die zukünftig noch an Bedeutung zunehmen wird. Es sind miniaturisierte „take away functionalities“ vorstellbar, die der Anwender „anytime & anywhere“ nutzen kann ohne an klassische PCs gebunden sein zu müssen.
Schliesslich spielen emotionale Faktoren bei der „Total User Experience“ des Produkts eine immer bedeutendere Rolle. User wollen Ihrer Technologie durch individuelle Anpassung eine persönliche Note geben. Veränderbare Formen und Farben, Dekoration dienen hier als wesentliche Elemente bei der Individualisierung.
Nutzen und Komfort statt Technologie Hype
Produkte und Services die durch die Betonung der dahinterstehenden Technologie gehypt werden sollen sind selten erfolgreich. Für Kunden stehen der Nutzen und der Bedienungskomfort im Vordergrund, der an der Oberfläche des Produkts sicht- und erlebbar sein muss.
Die Analyse des „Wer, Was, Wann, Wo“ im Sinne einer bedürfnisnahen Entwicklung wird somit auch in Zukunft entscheidend zum nachhaltigen Erfolg eines Produkts beitragen.
Mag. Michael Bechinie
bechinie@usecon.com
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