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Stakeholder Centred Design - alle an den Tisch!

(November 2005)

R. Edward Freeman hat das Prinzip des "Stakeholders" 1984 in seinem Buch "Strategic Management" beschrieben. Das Prinzip stellt das Unternehmen (Projekt) in einen erweiterten Kontext und versucht die Bedürfnisse der unterschiedlichen Interessensgruppen in Einklang zu bringen. Das Stakeholderprinzip lässt sich auch im Rahmen von Systementwicklungen (Website, Intranet, Software etc.) anwenden. Die Bedürfnisse und Ansprüche der einzelnen Interessensgruppen können dabei sehr unterschiedlich, auch gegenläufig sein. Eine entsprechende, prozessorientierte Vorgangsweise ermöglicht eine Stakeholderanalyse die sich positiv auf die Total User Experience auswirken wird.

Identifikation von unterschiedlichen Interessen
Stellen Sie sich die Entwicklung einer unternehmens-internen Intranetapplikation vor, die nur unter Einbeziehung des IT-Teams realisiert wird. Voraussichtlich wird das Projekt von bescheidenem Erfolg sein, oder es wird sogar scheitern. Die Applikation muss den Business Needs des Unternehmens entsprechen und benötigt die entsprechende Unterstützung des Management Teams um überhaupt umgesetzt werden zu können. Die Anforderungen der einzelnen Abteilungen können sehr unterschiedlich sein, die unter Umständen in speziellen Funktionalitäten der Intranetapplikation eine Entsprechung finden werden. Die Herausforderung jeder Systementwicklung besteht also darin die unterschiedlichen Stakeholder zu identifizieren und deren Anforderungen und Ziele zu erfassen und in die Entwicklung einfließen zu lassen.

Prozessorientierte Vorgangsweise
Eine erfolgreiche Entwicklung schließt demnach eine Stakeholderanalyse ein, die in vier Schritten abläuft:

  1. Identifikation der unterschiedlichen Stakeholder
    Im ersten Schritt geht es darum die möglichen Stakeholder zu identifizieren, die durch das System "betroffen" sein werden, die einen Einfluss auf das Projekt haben und die an einer erfolgreichen Realisierung großes Interesse haben. Ein initiales Stakeholder Meeting hilft in diesem Fall weitere Stakeholder zu identifizieren. In einer Reihe von Interviews werden dann die unterschiedlichen Sichtweisen der Stakeholder erhoben.
  2. Priorisierung der Stakeholder
    Im folgenden Schritt geht es dann darum die beteiligten Stakeholder im organisationellen Kontext zu priorisieren. Die Priorisierung der einzelnen Stakeholder erfolgt nach den Dimensionen Interesse und Einfluss. Daraus ergibt sich eine Matrix aus der eine Liste mit Key-Stakeholder erstellt werden kann.
  3. Analyse der Stakeholder Perspektiven
    Im nächsten Schritt werden die jeweiligen Interessen der Stakeholder im Rahmen von Interviews erhoben. Die Ergebnisse der Interviews sollen Aussagen zu Projektzielen, Erfolgskriterien, Befürchtungen etc. ermöglichen, die in weiterer Folge in den Designprozess einfließen.
  4. Integration der Perspektiven im Designprozess
    Im letzten Schritt - der zugleich die größte Herausforderung darstellt - geht es darum die Analyseergebnisse in den Designprozess zu integrieren. Die Schwierigkeit besteht darin die unter Umständen gegenläufigen Interessen zu einem "funktionierenden Businesscase" zu kompilieren. Als Maßstab gelten die strategischen Ziele der gesamten Einheit des Unternehmens.

USECON achtet auf eine stakeholder zentrierte Entwicklung die dabei hilft eine für den Businesskontext entsprechende Applikation zu entwickeln. Dadurch wird sichergestellt, dass das User Experience Design in Abstimmung mit dem gesamten Unternehmen erfolgt. Die entwickelte Designlösung wird so eher den Businessgoals entsprechen und die beteiligten Stakeholder lernen im Rahmen der Analyse das Projekt und die Arbeitsweisen besser kennen. Diese Art der Auseinandersetzung wird sich auch im Sinne einer "shared vision" positiv auf die Akzeptanz ihrer Applikation auswirken.

Mag. Michael Bechinie
bechinie@usecon.com


 

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