Wildwuchs im Griff? - Styleguides unterstützen Ihre Software-Entwicklungsprozesse
(Oktober 2005)
Software Anwendungen unterliegen dem ständigen Druck der
Veränderung. Das Marketing möchte die Kunden mit neuen
Features versorgen und alte Probleme lösen. Anwendungen müssen
technisch auf den letzten Stand gebracht werden – eine Version
jagt die andere. Der Zeitdruck ist meistens hoch, es werden so über
die Jahre nicht selten "Türmchen" gebaut. Irgendwann
weiß keiner mehr warum die Funktion eigentlich dort ist wo
sie ist, und verstehen tut Sie schon lange kein User mehr. Zeit
für die Entwicklung eines Styleguides!
Eine gute Applikation hat sich einmal dadurch ausgezeichnet, daß
sie ein "gutes User Interface" hatte. Heute muss eine
Applikation mehr sein, sie muss einen guten Gesamteindruck beim
Benutzer erwecken, sich durch eine gute User Experience auszeichnen.
Diese positive Gesamterfahrung trägt entscheidend zur Beziehung
der Benutzer zu Ihrem Produkt bei. Das User Interface soll die Benutzer
beim Ausführen der gewünschten Aktionen (Tasks) unterstützen;
zum Beispiel ein Kommando zu finden, einen Prozess erfolgreich abzuschließen
oder die gewünschte Hilfe aufzurufen.
Was bringt so ein Styleguide und wie entsteht er?
Um die User Experience im Lebenszyklus einer Applikation zu maximieren
und sich damit zufriedene Benutzer zu erhalten ist es daher notwendig
Ihre Softwareentwicklung von Release zu Release so weit wie möglich
konsistent zu halten.
Einen wichtigen Baustein bildet daher die Verwendung eines - auf
Ihre Produktentwicklung abgestimmten - Styleguides. Ein praxisorientierter
Styleguide definiert einerseits ein grundlegendes Anwendungs-Design,
damit das User Interface die später wachsende Anzahl von Interaktionsprozessen
aufnehmen kann. Im Styleguide werden auch beispielhafte Aufgabenszenarien
Ihrer Anwendung dargestellt. Das hilft Ihren Entwicklern später
ähnliche Interaktionsprozesse und Funktionen zu gestalten.
Ergänzt wird der Styleguide durch die Beschreibung der Funktion
und richtigen Verwendung von grundlegenden User Interfaceelementen
(Widgets), und die Definition des Look & Feels. Abgerundet wird
das Dokument durch allgemeine Gestaltungs- und Usability-Prinzipien.
Styleguides als Teil gelebter Usability in Ihrem Unternehmen
Wenn Sie nun Ihren fertigen Styleguide in Händen halten ist
der wichtigste Schritt nun die Entwickler mit dem Umgang des Styleguides
vertraut zu machen. Deshalb ist es wichtig das User Interface Development
Team schon bei der Entwicklung des Styleguides miteinzubeziehen,
um das notwendige Vertrauen zum "Projekt Styleguide" zu
erreichen. Zumal das Thema User Experience eigentlich auch "Chefsache"
sein sollte. Wenn Ihr Team nun den Styleguide nutzt spielt noch
ein weiterer Punkt eine entscheidende Rolle: das Dokument muß
unbedingt eine "lebendes" werden. Am besten wird der Styleguide
durch eine Person, den "Styleguide Master" verwaltet und
auch aktualisiert, wobei jedoch die wichtigsten Kernelemente unverändert
bleiben müssen. So haben Sie nun ein Dokument, das Ihr Team
bei der Entwicklung der Applikation begleiten wird, mit dem Ziel
die bestmögliche Konsistenz Ihrer Software zu garantieren –
und das auch bei immer wachsendem Funktionsumfang.
Natürlich garantiert ein "sich an den Styleguide halten"
nicht automatisch eine benutzbare Anwendung. Der Styleguide ist
aber ein wertvolles Werkzeug - als Teil eines effektiven Softwaredesign
Prozesses - der mit anderen Methoden wie Anforderungsanalyse, Prototyping
und Usability Testing kombiniert werden soll. USECON entwickelt
nicht nur Styleguides, sondern unterstützt Sie auch dabei diesen
in die internen Entwicklungsprozesse Ihres Unternehmens zu integrieren.
USECON hat in den letzten Jahren eine Reihe von Styleguides für
unterschiedliche Bereiche entwickelt, so zum Beispiel einen Corporate
User Interface Styleguide für "Frequentis", einen
Tower Styleguide für die "Deutsche Flugsicherung",
einen User Interface Styleguide für eine Applikation der ÖBB
oder einen User Interface Merge Styleguide für "AVL List".
Wir trauen uns daher zu, auch Ihren "Wildwuchs" in den
Griff zu bekommen.
Mag. Michael Bechinie
bechinie@usecon.com
|