Handys für ältere Konsumenten – Unbenutzbar?
Warum Senioren mit aktuellen Handhelds nicht zu Recht kommen
(Oktober 2005)
Unsere alternde Gesellschaft macht Senioren zu einer zunehmend
beachteten Zielgruppe auch für Mobiltelefon-Hersteller. Doch
die angeblich senioren-tauglichen Handys bereiten den älteren
Konsumenten erhebliche Probleme, wie eine Studie des „Konsumenten“
2005 gezeigt hat. Will die Mobilfunk-Industrie in Zukunft den Markt
älterer Benutzer erfolgreich erschließen, wird sie mehr
auf die Bedürfnisse dieser Benutzer eingehen müssen.
Nach wie vor setzt die Mobilfunk-Industrie auf ihr „jugendliches“
Image: die Produktentwicklung neuer Handhelds nimmt nahezu keinerlei
Rücksicht auf die Bedürfnisse einer älteren Generation,
die einfach nur mobil telefonieren möchte. Das Magazin Konsument
hat unterschiedliche Handhelds mit Senioren getestet. Neun 60 bis
70jährigen Testpersonen haben neun Handys großer Hersteller
ausprobiert, die von den Unternehmen selbst als "für Senioren
geeignet" eingestuft wurden. Im Gesamturteil erreichte keines
der untersuchten Geräte ein "Sehr gut". Fünf
Modelle wurden als "gut" bewertet, vier als "durchschnittlich".
Berücksichtung entsprechender Bedürfnisse
Die älteren Benutzer wünschen sich in erster Linie Telefone
mit ausreichend großer Pfeiltastatur statt Joystick, gute
Lesbarkeit am Display und eine übersichtliche Anordnung der
Menüfunktionen sowie eine verständliche Kurzfassung der
Bedienungsanleitung, so der Konsument. Zusatzfunktionen wie Verbindung
zum Web, Kamera- oder Videofunktion sind für Senioren uninteressant.
Die meisten Mobilfunk-Betreiber nehmen allerdings nach wie vor kaum
Rücksicht auf diese Bedürfnisse, während die Hersteller
doch langsam Interesse an der größer werdenden Zielgruppe
der Benutzer ab 60 zeigen. USECON kann diese Ergebnisse nur bestätigen:
Ältere Benutzer scheitern an der überbordenden Komplexität
der Handhelds, verstehen selten die komplexen Informationsarchitekturen
und scheitern oft schon an der technischen Orientierung der Kennzeichnungen
und Texte. Da die meisten älteren Benutzer keinerlei PC-Erfahrung
in die Benutzung von Mobiltelefonen einbringen, fällt es ihnen
schwer eine auf Mobiltelefone angewandte „Schreibtisch-Metapher“
zu verstehen oder sich eine Vorstellung von Funktionalitäten
wie „Profil“, „Organizer“ oder „System“
zu bilden. Darüber hinaus machen motorische Einschränkungen
wie Sehschwächen das Lesen von kleinen Buchstaben auf kleinen
Handydisplays anstrengend und das gesamte Produkterlebnis dadurch
noch dürftiger.
Wollen die Mobilfunk-Betreiber und Hersteller Senioren als zufriedene
Kunden gewinnen, müssen sie deren Bedürfnisse im Angebot
der Handhelds konsequent berücksichtigen sowie dieses Wissen
in die erfolgreiche Entwicklung mobiler Endgeräte integrieren.
Ein Handheld-Design entwickelt von USECON, das in der Entwicklung
Bedürfnisse wie motorische Einschränkungen oder ein mangelndes
Verständnis für technische Metaphern aus der PC-Welt in
einer Anforderungsanalyse erhebt und in dem darauf basierenden User
Interface Design berücksichtigt, wird sich in der Zielgruppe
der älteren Benutzer durchsetzen. Mittels eines Usability Tests
von USECON läßt sich lange vor Produktstart das eigentliche
Produkterlebnis und die Orientierung am Gerät mittels Zielgruppen-Benutzern
„lebensnah“ zeigen und eventueller Optimierungsbedarf
vor dem Produktlaunch fixieren. Das spart Zeit und Geld.
Reduktion der Komplexität zur Steigerung von Akzeptanzpotentialen
USECON vertritt in Entwicklungsprozessen immer die Sicht der Stakeholder
und Endbenutzer, sichert durch passende Usability Engineering Methoden
einerseits die Produktqualität eines mobilen Endgeräts
für die entsprechende Zielgruppe, reduziert andererseits die
unnötige Komplexität der Handys als Akzeptanz- und Kaufhindernis.
USECON arbeitet mit einem effizienten Methoden-Set, das Benutzer
von Anfang an einbindet - bei Bedarfsanalysen genauso wie bei einem
konzeptionellen Design oder bei Benutzertests. Der Mehrwert gegenüber
nicht benutzer-orientiert entwickelter Geräte wird schnell
deutlich und freut nicht nur die Endkunden. Unternehmen erkennen
in zunehmenden Maß die Chance sich gegenüber der Konkurrenz
zu positionieren und kommerzielle Potentiale durch konsequente Orientierung
am Benutzer zu nutzen.
Mag. Bernhard Ferro
ferro@usecon.com
1. Wenn Senioren testen
Konsument 7/2005
http://www.konsument.at/konsument/detail.asp?category=Computer+%2B+Telekom&id=24079
(Details kostenpflichtig)
2. Handynutzer wollen einfachere Bedienung
Futurezone.orf.at (2004)
http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?read=detail&id=260821
3. Nutzer finden Handys zu kompliziert
Futurezone.orf.at (2003)
http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?read=detail&id=164109
4. Mobile Usability Report
Duda, S., Schießl, M. & Hess, J.-M. (2001).
Eine empirische Studie zur Usability von WAP-Diensten in Deutschland.
Mit Empfehlungen für Manager und Entwickler mobiler Datendienste.
138 Seiten mit 57 Abb. Kostenpflichtig! Berlin/Göttingen: BusinessVillage.
http://www.eye-square.com/documents/Mobile-Usability-eyesquare-english.pdf(Englisch)
|