Evaluierung marktreifer Systeme mit „Friendly Customers“
– teure und inneffiziente Qualitätssicherung
(August 2005)
Einsatz von Friendly Customer-Tests im Entwicklungszyklus
Bevor Produkte den Startschuß für den Markteintritt
bekommen, fragen Unternehmen gerne „Friendly Customers“
nach ihren Erfahrungen zu einem nahezu marktreifen Produkt. Was
die Unternehmen dabei übersehen: echte Qualitätssicherung
findet hier nicht statt. „Freundlich“ gestimmte Kunden
geben selten strukturiert das nötige, heißt qualitative
Feedback, um erfolgsgefährdende Probleme bei einem Produkt
rechtzeitig auszumerzen.
Früher im Produktzyklus integrierte qualitätssichernde
Maßnahmen wie Usability Engineering dagegen sind in der Lage
früh und kosteneffizient jene Probleme zu beseitigen.
Nachteile und Schwachstellen der Evaluierung von marktreifen Systemen
mittels „Friendly Customers“
Prototypische Systeme auf ihre Benutzbarkeit hin abzutesten ist
in jedem Fall sinnvoll. Die entscheidende Frage dabei ist: wie und
zu welchem Zeitpunkt in der Produktentwicklung, und mit welchen
Benutzergruppen führe ich als Unternehmen diese Qualitätssicherung
durch: mittels „Friendly Customers“ oder Usability Engineering
Methoden?
Befragt man Unternehmen zu ihren „Friendly Customers“-Testphasen,
so bekommt man die unterschiedlichsten Vorgehensweisen zu hören,
selten standardisiert. In den meisten Fällen dürfen nur
ausgewählte Testpersonen, die selten oder nie den kaufenden
und benutzenden Endkunden entsprechen, die prototypischen Systeme
testen. Selten findet man hier auf potentielle Benutzbarkeitsprobleme
der diversen Benutzergruppen hin fokussierte Fragestellungen, die
in der Lage sind entscheidende Probleme zu identifizieren, um daraus
konkrete Lösungsempfehlungen abzugeben.
Wenn ein großes Mobilfunk-Unternehmen erst kurz vor dem Servicelaunch
(d.h. das fast fertige Produkt) Anwendungen für den UMTS-User
durch „Friendly Customers“ beurteilen läßt,
dann ist dies natürlich besser als gar nichts zu tun. Dies
ist meist allerdings sehr spät im Entwicklungsprozeß
und lässt kaum Möglichkeiten der Änderung zu, d.h.
der Endbenutzer bleibt das eigentliche Versuchssubjekt. Vielfach
bleiben dabei eine Reihe strukturierter Maßnahmen ungenutzt,
die wesentliche Erkenntnisse bieten können. Die Beurteilung
der „Friendly Customer“ ist subjektiv und stark von
den Vorerfahrungen als positiv eingestellter („friendly“)
Kunde des Unternehmens geprägt. Die Benutzungsproblematiken
im Echteinsatz („unter möglichst realen Einsatzszenarien“)
bleibt auf der Strecke. Um die vielen Schwachstellen unmethodischer
Untersuchungen auszumerzen ist das Gebiet des Usability Engineerings
entstanden.
Usability Engineering als einziger erfolgreicher Lösungsansatz
zur Optimierung von Produkten
Wenn besagtes Mobilfunk-Unternehmen allerdings früh in der
Entwicklung neuer UMTS-Applikationen Feedback durch User in Form
von Anforderungsanalysen durchführt, wie das USECON laufend
für Mobilfunk-Unternehmen durchführt, so entsteht im Vergleich
zur „Friendly Customers“-Methode früh im Entwicklungszyklus
wertvolle Information über den kaufenden Endkunden ohne daß
eine Zeile Code geschrieben wurde.
Durch frühe Usability-Abtestung von Papierentwürfen des
Interfaces mit dem von USECON entwickelten Quicktest bekommt der
Kunde schnell konkrete Vorstellungen dazu, wie das spätere
interaktive Interface am besten aus Sicht seiner potentiellen Endkunden
auszusehen hat. Sollen hier nachhaltige Mehrwerte über zufriedene
Endkunden hinaus in Form von Kundenbindung und gesteigerter Kosteneffizienz
generiert werden, so leisten unsere Usability Engineering Methoden
im Vergleich zu „Friendly Customers“-Feedback früh
und kosteneffizient den hier notwendigen Beitrag, eine UMTS-Applikation,
ein Corporate Intranet oder eine CRM-Anwendung erfolgreich am Markt
zu positionieren bzw. böse Sales-Überraschungen nach dem
Roll-Out zu vermeiden.
Mag. Bernhard Ferro
ferro@usecon.com
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