eHealth für alle! Aber wie?
Nachlese zum Usability Club vom 30. Juni 2005
(August 2005)
Der Juni USECON Usability Club hat an Hand von konkreten
Beispielen vorgestellt wie der Einsatz von benutzerzentrierten Entwicklungsmethoden
eHealth Anwendungen zum Erfolg verhelfen können.
International nimmt das Thema eHealth einen immer größeren
Stellenwert ein, wobei sich die Vertreter aller "großen"
Regierungen viel vorgenommen haben. Der gemeinsame Ton lautet "elektronische
Gesundheitsdienste sollen die bessere und preiswertere Versorgung
gewährleisten".
Unter dem Begriff eHealth wird eine Vielzahl sehr unterschiedlicher
Anwendungen zusammengefasst, die vom Datenaustausch zwischen Anbietern
des Gesundheitssektors, über Logistiklösungen, Wissensmanagement,
Kommunikation zwischen Betroffenen bis hin zu Themen wie elektronischer
Gesundheitsakt und telemedizinische Versorgung reichen. Der erwartet
Nutzen liegt, laut den Interessensvertreten klar auf der Hand: falsche
Verschreibung von Medikamenten wird dadurch reduziert, die Therapieplanung
soll verbessert werden, chronische Erkrankungen sollen besser gemanagt
werden können, das Gesundheitswesen soll übergreifend
und reibungsloser für den Patienten funktionieren und jeder
soll in den Genuss personalisierter Vorsorgemedizin kommen.
Eine große Vielzahl von europäischen und amerikanischen
Studien zeigen [1] [2], daß eHealth Services ansatzweise vorhanden
sind und auch von Ärzten sowie Patienten durchaus genutzt werden,
mit steigender Tendenz. Wie bei allen großen Vorhaben gilt
es auch bei der flächendeckenden und systematischen Einführung
von eHealth Services viele Hürden zu nehmen. Die größten
Herausforderungen bestehen neben der Schaffung einer technisch einheitlichen
Infrastruktur sicherlich darin, allen BürgernInnen Zugang zu
derartigen Services zu ermöglichen, die Privatsphäre zu
schützen und vor allem vertrauensbildende Maßnahmen zu
setzen, die eine Grundbedingung für die Akzeptanz derartiger
Systeme bei den Anwendern darstellt. eHealth Anwendungen betreffen
eine Vielzahl von "Stakeholdern" mit sehr unterschiedlichen
Interessen, die bei der Entwicklung von eHealth Anwendungen zu berücksichtigen
sind, damit sich alle Beteiligten mit dem Produkt identifizieren
und letztendlich eine effektive Versorgung garantiert werden kann.
Besonders bei "Endkundenservices" steht der Patient im
Mittelpunkt. Akzeptanz sollte nicht dem Zufall überlassen werden
und methodisch optimiert werden. Die ist nur durch den Einsatz der
entsprechenden Vorgangsweisen möglich.
Daher gilt es das Umfeld, die Probleme, die Ängste und Bedürfnisse
von zukünftigen Anwendern (Patienten) genau zu erheben und
benutzungsorientiert zu optimieren, um Anwendungen "für
alle" entwickeln zu können die es auch erlauben die angebotenen
Services der ganz persönlichen Situation eines Patienten anzupassen.
eHealth Anwendungen werden auch nur dann erfolgreich sein, wenn
die immer noch bestehenden Benutzbarkeitsprobleme wie "verstehe
die Information nicht", "finde mich nicht zurecht",
"habe kein Vertrauen" gelöst werden. Um derartige
Probleme erst gar nicht entstehen zu lassen, stehen eine ganze Reihe
von Methoden und Services zur Verfügung die USECON Entwicklern
von eHealth Anwendungen im gesamten Produktprozess unterstützend
anbietet.
Die Patient wird den Nutzen einer Anwendung erst dann sehen, wenn
er sein Motto bestätigt findet: "Macht mich gesund und
nicht noch kränker, wo ich gerade bin und möglichst schnell."
Können Sie das von Ihrem eHealth Service behaupten?
Mag. Michael Bechinie
bechinie@usecon.com
[1] 8th HON's (Health on the Net Foundation) Survey of Health and
Medical Internet Users, 2002,
http://www.hon.ch/Survey/8th_HON_results.html
[2] Eurobarometer surverys,
http://europa.eu.int/comm/public_opinion/
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