Benutzbare e-Government Systeme – Entwicklungen FÜR Bürger
(Juli 2005)
E-Government liegt im Trend, Österreich bei e-Government Systemen
an Europas Spitze. Doch die erreichten Zahlen täuschen über
die Tatsache hinweg, daß viele der angebotenen Systeme und
Services um die Akzeptanz der Benutzer kämpfen. Damit öffentlich
Bedienstete, Bürger sowie Solutionprovider ihre (finanziellen)
Mehrwerte generieren können, müssen diese Systeme und
Services vor allem eines sein: transparent, einfach und nützlich
in der Bedienung.
Über den aktuell veröffentlichen Jubelzahlen zur generellen
Verfügbarkeit elektronischer Amtswege wurde nur wenig über
deren Nutzungsqualitäten ausgesagt. Doch besagt die aktuelle
Studie der EU-'Top of the Web' survey on user satisfaction and
usage of eGovernment services 2004 [1], daß sich Benutzer
Systeme wünschen, die einfacher zu handhaben sind und bessere
Online-Hilfen bieten.
Was sollte z.B. bei der Implementierung einer Bürgerkarten-Oberfläche
beachtet werden, damit die Bürger diesen Service überhaupt
annehmen?
Will man als Solutionprovider und Entwickler erfolgreich e-Government
Systeme verkaufen, müssen Fragen nach „einfacher Benutzbarkeit“,
„erkennbarer Nutzwert“ für Benutzer beantwortet
werden, d.h. muss der User elementarer Bestandteil der Produktentwicklung
sein.
Probleme haben Benutzer oft mit einer unübersichtlichen Struktur,
die ihnen zu wenig Feedback über ihren Standort im System und
die Möglichkeiten eines Submenüpunktes liefert. So beobachten
wir oft, daß User frustriert die Interaktion abbrechen, da
das System ihnen keinerlei Hilfestellung bei der Aufgaben-Durchführung
liefert. Hier liefert z.B. eine Benutzer-Aufgabenanalyse in den
ersten Phasen der Entwicklung die wesentlichen Informationen zu
einem effizienten Strukturdesign.
Wenn User endlos lange Formulare online ausfüllen müssen,
und keinerlei Hinweise auf Pflichtfelder gegeben werden, dann steigt
der Aufwand für die Benutzer um zur gewünschten Information
zu kommen - ein erkennbarer Mehrwert und damit das Akzeptanzpotential
sinkt dramatisch. Durch konkretes Feedback von Usern in einem Usabilitytest
oder durch Evaluierung des Interfaces durch einen Usability Experten
können solche Fehler vermieden und damit Erfolgsfaktoren optimiert
werden.
Um diese erfolgsentscheidenden Fragen zur Akzeptanz von e-Government-services
beantworten zu können, muss man das tun, was USECON täglich
aufs neue praktiziert: User befragen, interviewen und sie in der
Interaktion mit den Systemen beobachten. Das Ergebnis wird in jedem
Fall Mehrwerte generieren.
Mag. Bernhard Ferro
ferro@usecon.com
1. EU-'Top
of the Web' survey on user satisfaction and usage of eGovernment
services 2004,
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