Mit Usability Engineering zum erfolgreichen Intranet
Nachlese zum Usability Club vom 9. Juni 2005
(Juli 2005)
Mitarbeiterportale zählen zu den Errungenschaften der modernen
Informations- und Kommunikationstechnologien. Kaum ein größeres
Unternehmen leistet sich heutzutage kein Intranet für die unterschiedlichsten
Zwecke im Arbeitsalltag einzusetzen. Wo die ersten Generationen
von Intranets lediglich Informationen und Neuigkeiten der einzelnen
Abteilungen oder Arbeitsgruppen zur Verfügung stellten, bieten
die heute anzutreffenden Portale darüber hinaus Kollaborationswerkzeuge
und umfangreiche Wissensdatenbanken. Der Schritt vom Informationsmedium
zum Interaktionsmedium führte nicht selten zu einer nachhaltigen
Veränderung von Unternehmensprozessen.
Im Rahmen der Usability Club Veranstaltungsserie hat sich USECON
Anfang Juni nun diesem zentralen Element der Unternehmenspraxis
gewidmet und kritische Blicke auf den Status Quo von Intranet-Entwicklungen
geworfen. Gerade vor dem Hintergrund, daß Mitarbeiterportale
zu wesentlichen Arbeitsinstrumenten in Unternehmen geworden sind
und so einen entscheidenden Beitrag zur Produktivität leisten
können, müssen sich Intranet-Verantwortliche und Manager
noch viel intensiver als bisher mit den zentralen Problembereichen
von Intranets beschäftigen.
Die Erfahrungen der knapp 20 Club-Teilnehmer decken sich dabei mit
den Ergebnissen der präsentierten Studien und lassen zwei wesentliche
Problembereiche erkennen:
(1) unüberschaubare und fragmentierte Strukturen
als Ergebnis eines regelrechten Wildwuchses an Informationsangeboten,
und damit zusammenhängend eine schlechte Übersichtlichkeit
und Auffindbarkeit von Inhalten, der die meisten eingesetzten Suchmaschinen
auch nicht Herr werden, und
(2) uneinheitliche Designs und Navigationsgestaltungen
aufgrund dezentraler Verantwortlichkeiten und mangelnder Gestaltungsrichtlinien
im Unternehmen, die das Lernen und Arbeiten mit dem Intranet hindern
und bald zu Frust und Ablehnung seitens der Benutzer führen.
Die Lösung dieser Problembereiche bietet der USECON Usability
Engineering Ansatz.
Usability Engineering versteht sich als ein Entwicklungsansatz,
der zu benutzbaren und damit den Anforderungen an ein System entsprechenden
Systemlösungen führt. Dabei werden konsequent Benutzerbedürfnisse
im Rahmen der Systementwicklung berücksichtigt: Von Benutzerbefragungen
und –beobachtungen in der Analyse bis hin zu Designworkshops
und Usability Tests. Nur durch das Einbringen von Benutzerfeedback
während der Entwicklung kann sichergestellt werden, daß
das fertige System nicht zu bösen Überraschungen hinsichtlich
der Benutzerakzeptanz führt.
Welche Möglichkeiten bieten sich dabei speziell für die
Entwicklung und Gestaltung von Mitarbeiterportalen an? Zum einen
ist dies die kontinuierliche Evaluation und Benutzer-gerechte Gestaltung
von Informationsstrukturen, um dem beschriebenen Wildwuchs entgegenzusteuern:
Methoden wie Card Sorting werden beispielsweise eingesetzt, um optimale
Strukturen zu bauen, und Strukurtests geben Auskunft darüber,
wo an der Struktur Veränderungen notwendig sind. Zum anderen
bieten unternehmensweite Usability Standards und Styleguides die
Rahmenbedingungen für eine konsistente, übersichtliche
und benutzbare Gestaltung von Intranetseiten. Mitarbeiterportale
„leben“ und entwickeln sich, ebenso können sich
Anforderungen im Laufe der Jahre verändern – und dies
sollte sich in einer kontinuierlichen Verbesserungsarbeit widerspiegeln.
Mit etablierten Usability Engineering Methoden wird dieser Weg erfolgreich
bestritten.
Dr. Peter Messner
messner@usecon.com
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