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Informationsarchitektur – Strukturierung von Inhalten macht sich bezahlt

(Juni 2005)

Im Laufe der Evolution des Mediums Internet hat neben „Inhalt“ auch dessen Organisation als entscheidender Faktor an Bedeutung zugenommen. Weiters ist es notwendig geworden durch die ständige, technische Diversifizierung der zur Verfügung stehenden Medien wie Internet, Mobiltelefone, PDAs und iTV vorhandene Inhalte medienadäquat und den Nutzungskontexten unterschiedlicher Benutzergruppen entsprechend aufzubereiten. Die Aufbereitung ist insofern notwendig, da Benutzer mit einer überwältigenden Masse an Informationen umgehen müssen und genau die Information finden wollen nach der sie suchen bzw. die ihnen wertvoll erscheint.

Mit diesen Themen der Klassifikation, Bezeichnung, Organisation und mediengerechter Präsentation bzw. Navigierbarkeit von Inhalten beschäftigt sich die Informationsarchitektur (IA). Benutzer wollen durch umfangreiche Informations-angebote geleitet werden, wobei die entsprechenden Navigationsstrukturen nie per Zufall entstehen sondern geplant werden müssen. Die Kosten für unzureichende Informationsarchitekturen führen z.B. in Intranetapplikationen zu Akzeptanzproblemen, die Mitarbeiter dann wieder öfters zu „offline Ressourcen“ greifen lassen oder z.B. in online Shops zu niedrigen, so genannten „Conversion Rates“ (vom Warenkorb zum Kauf), weil potentielle Kunden nicht die gesuchten Produkte finden, im schlimmsten Fall beim Konkurrenten shoppen und so den eigenen Umsatz negativ beeinflussen.

Bei der Entwicklung guter Informationsarchitekturen geht es nicht darum die Organisationsstrukturen eines Unternehmens zu spiegeln, sondern vielmehr um die genaue Definition des Businesskontextes und dann die entsprechenden Inhalte für die anzusprechenden Benutzergruppen zu entwickeln. Im Entwicklungsprozess steht eine Reihe von Methoden zur Verfügung mit deren Hilfe die Inhalte definiert, organisiert und die entwickelte Architektur überprüft werden können. Dazu zählen unter anderem Card Sorting (Gruppierung von Informationen), Inhaltszuordungs-aufgaben, Assoziationstests, Konzeptionelles Screendesign und Visuelles Vokabular.

Eine effektive Informationsarchitektur bildet daher eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung erfolgreicher Applikationen, in denen sich Benutzer einfach zu Recht finden und mit dem nach Hause gehen was sie eigentlich finden und vielleicht auch kaufen wollten.


Mag. Michael Bechinie
bechinie@usecon.com

 


 

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