User Experience - von der Benutzbarkeit
zum positiven Gesamterlebnis
(Mai 2005)
Warum sehen wir uns einen Kinofilm öfter als einmal an? Warum
fühlen wir uns in manchen Restaurants wohler als in anderen?
Was würden wir in einem Amt ändern um dort lieber Formalitäten
zu erledigen? Was stört uns in öffentlichen Verkehrsmitteln?
Es ist das positive oder negative Gesamterlebnis, das uns dabei
begleitet.
User Experience bezeichnet das positive Gesamterlebnis des Benutzers,
vom Entstehen des Bedürfnisses über das ganzheitliche
Produkt- bzw. Dienstleistungs-Erlebnis bis zum Ende der Benutzung.
Mehr und mehr trägt die gesamte Erfahrungskette eines Benutzers
zur positiven Einstellung gegenüber einem Produkt bzw. einer
Dienstleistung bei. So bewirken etwa positive Erfahrungen mit einem
Vorgängersystem eine höhere Bereitschaft zu der Auseinandersetzung
mit Neuerungen und damit der Auseinandersetzung mit Innovationen.
Gerade mit der zunehmenden Komplexität und dem Mehr an Funktionalitäten
spielt die Bereitschaft sich mit neuen Aspekten auseinanderzusetzen
(und in weiterer Folge Kaufentscheidungen zu treffen) eine wesentliche
Rolle. Genauso wird ein kompliziertes, nicht adäquat entworfenes
Produktprospekt ein Teil der Erfahrungskette (in diesem Falle eher
negative Erfahrung) mit einem Produkt sein.
Technische Benutzbarkeit und Funktionalität alleine reichen
Benutzern heute nicht mehr aus, in zunehmendem Maße spielen
Verpackung, Emotionen, Wohlfühl-Charakter, vermitteltes Vertrauen,
Fun-Faktor, soziales Dazugehören oder personalisierte Werkzeuge
eine immer größere und entscheidendere Rolle für
nachhaltige Kundenbeziehungen. Dies begründet eine „Experience“
Wirtschaft. Diese Entwicklung wird durch die immer stärkere
tägliche Belastung und durch die gesamte Lebenskomplexität
verstärkt. Positive Erfahrungen werden gesucht und nachgefragt.
Für Produkte und Services, mit denen man sich identifizieren
kann bzw. worauf man sich einzulassen bereit ist, steigt die Bereitschaft
Geld auszugeben. Während dieses Konzept im Bereich der klassischen
Konsumgüterindustrie sehr stark ausgeprägt ist (z.B. werden
im Philips HomeLab – einem eigenen Haus als Labor –
diverse Aspekte der User Experience einer eingehenden Betrachtung
unterzogen) besteht in anderen Bereichen noch Aufholbedarf. Zu oft
werden „Bauchentscheidungen“ getroffen, ohne sich mit
der Benutzerseite auseinanderzusetzen.
Die jeweilig relevanten Faktoren müssen identifiziert werden
und in der jeweiligen Entwicklung entsprechend verfolgt und gemessen
werden. Usability spielt dabei eine wesentliche Rolle ob das Produkt
oder die Dienstleistung es überhaupt zulässt Erfahrungen
zu sammeln oder die Benutzbarkeitsbarriere zu hoch ist. Die Servicepalette
von USECON verfügt schon seit einiger Zeit über Komponenten
und Methoden zur Messung und Optimierung von User Experiences. Dadurch
wird die Entwicklung eines positiven Gesamterlebnisses wesentlich
befördert und bleibt nicht dem Zufall überlassen.
Univ. Prof. Dr. Manfred Tscheligi
tscheligi@usecon.com
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