Wohlfühlen im Web?
USECON Studie: Schlechte Noten für User Experience
(15-07-2003)
Mangelnde Benutzbarkeit hat Frust und Unwohlsein der Benutzer
zur Folge und verhindert das Zustandekommen einer positiven
User Experience. Diese ist jedoch essentiell, um den Benutzern nicht
die Lust am Umgang mit der Technologie zu nehmen. Die Wiener Usability
Consultants von USECON analysierten, wo dringender Handlungbedarf
besteht und wie User-Frust durch User-Lust ersetzt werden kann.
Benutzerorientierung im Web ist heute zwar schon recht weit fortgeschritten,
von einer Erreichung des Optimums an benutzerorientierter Qualität
kann jedoch nicht die Rede sein. Zu oft werden grundsätzliche
Usability-Prinzipien verletzt, was die Interaktion mit der Website
und das Erreichen der gewünschten Ergebnisse (z.B. das Auffinden
der gesuchten Informationen oder die Durchführung einer Transaktion)
unnötig erschwert.
Doch auch gute Benutzbarkeit reicht heute nicht mehr aus, um einer
Website die gewünschten Klicks zu verschaffen zu groß
ist mittlerweile das Angebot an alternativen Websites. Vielmehr
stellt gute Benutzbarkeit nur die Basis für eine positive User
Experience dar. Eine für Benutzer attraktive und damit
gern und oft besuchte Website muss nicht nur angemessen leicht
und effizient bedienbar sein, sondern auch darüber hinausgehende
positive Erfahrungen bieten: der Benutzer muss sich auf der Website
wohlfühlen.
Frustriert, verunsichert, überfordert: Mehr als die Hälfte
der Benutzer
Die Wiener Usability Consultants USECON untersuchten, inwiefern
die für den Erfolg einer Website ausschlaggebenden Anforderungen
erfüllt werden. Die Analyse von zehn zufällig ausgewählten
Websites von österreichischen Top-Unternehmen aus verschiedenen
Branchen (Telekommunikation, Energieversorgung, Handel, Finanzdienstleister,
Freizeit) ergab ein wenig zufriedenstellendes Bild.
Weniger als die Hälfte (40%) der 112 Befragten beschrieben
ihre Grundstimmung bei der Benutzung der Website als positiv und
hatten sich durchgehend wohl, sicher oder interessiert gefühlt.
Die übrigen bezeichneten die Interaktion mit der Website
wenigstens anfangs oder zeitweise als mühsam, anstrengend,
ärgerlich, ermüdend oder auch langweilig; und sie fühlten
sich verunsichert, hilflos, frustriert, überfordert und im
Stich gelassen. Viele Benutzer schrieben die Schwierigkeiten
im Umgang mit der Website ihrer eigenen Unfähigkeit
zu, statt die Ursache in Design und Aufbau der Website selbst zu
suchen. Die Folgen waren Frust und mangelndes Wohlbefinden auf der
Website keine guten Voraussetzungen für einen weiteren
Besuch.
Ursachen der Frustration: undurchschaubare, unkontrollierbare
Websites
Wesentlich für eine gute User Experience ist das Gefühl,
die Kontrolle über die Interaktion mit der Website zu haben
und somit vorhersehbare Ergebnisse erzielen zu können. Nur
37% der Befragten gaben jedoch an, dass die Benutzung der Website
erwartungsgemäß verlaufen war oder dass sie sogar positive
Überraschungen erlebt hatten. Für 63% der Benutzer dagegen
waren zumindest Teilbereiche der Website unkontrollierbar und die
gestellten Aufgaben somit unlösbar.
Ursache für die mangelnde Kontrolle und damit Verunsicherung
der Benutzer waren zumeist mangelnde Übersichtlichkeit, schwer
nachvollziehbare Navigationsstrukturen und fehlende Orientierungshilfen
der Website. Das zeigte sich auch in der hohen Korrelation der Bewertung
dieser Elemente mit der Grundstimmung der Benutzer. Gute Noten gab
es für Übersichtlichkeit von nur 42%, für
Orientierung und Navigationselemente von
nur jeweils 41% der Benutzer.
Wieder besuchen? Nur wenn es sein muss!
Angesichts der strengen Beurteilung durch die Benutzer scheint
die Bereitschaft, sich weiterhin mit der Website auseinanderzusetzen
zu wollen, erstaunlich hoch. Mehr als die Hälfte der Befragten
(61%) wollen die Website auch in Zukunft besuchen wenn auch
zum Teil widerstrebend. Diese Frage ist natürlich nicht nur
von Faktoren wie Benutzbarkeit und positiver User Experience abhängig;
zum Teil schränken berufliche oder persönliche Interessen
den Spielraum ein. Aussagen wie es wird mir nichts anderes
übrig bleiben lassen jedenfalls nicht den Schluss zu,
dass der nächste Aufruf besonders freudig erfolgen wird; vielmehr
kann angenommen werden, dass die Benutzer sich nach einem alternativen
Anbieter umsehen oder diesen jedenfalls begrüßen werden.
Es ist nie zu spät, es besser zu machen.
Optimalerweise wird Usability und User Experience schon im Entwicklungsprozess
berücksichtigt. Doch auch, wenn die Website fertig entwickelt
und online ist, lohnt sich die Überprüfung ihrer Benutzerorientierung.
Oft sind es leicht behebbare Kleinigkeiten, die Benutzer verzweifeln
lassen und deren Optimierung die Akzeptanz der Website signifikant
verbessern kann. Eine gute User Experience hat man jedenfalls dann
erreicht, wenn Benutzer ihre Erfahrungen mit der Website so beschreiben:
Ich habe das Gefühl, die Website versteht mich.
Usability Clinics: wertvolle aber kostenlose Tipps
für Benutzerorientierung
Die Schaffung einer positiven User Experience ist eine komplexe
Angelegenheit und große Herausforderung, bei der Sie die Experten
von USECON unterstützen. Mit den regelmäßig stattfindenden
Usability Clinics bietet USECON interessierten Firmen und Agenturen
die kostenlose Möglichkeit, ihr System von Usability Experten
begutachten zu lassen und wertvolle Tipps zur optimalen benutzerorientierten
Gestaltung zu erhalten (Dauer: 30 Minuten).
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